Diplom Tanzpädagogik & Tanzmedizin

btp+Tanzmedizin©  steht für das Diplomstudium Ballett- / Tanzpädagogik & Tanzmedizin der Akademie für Tanzpädagogik & Tanzmedizin

  • das einzige Tanzpädagogik-Studium, das den Studenten ermöglicht, ihr tänzerisches Hauptfach selbst zu bestimmen!
  • Mindeststudiendauer 3 Jahre + 1 Jahr Diplom
  • berufsbegleitend studierbar
  • mit Diplomabschluss (Diplomprüfung: Diplomarbeit und schriftliche sowie mündliche Prüfung, Semesterklausuren)
  • internationale DozentInnen

Das Studium richtet sich berufsbegleitend an all jene, die daran interessiert sind, dem Beruf des Tanzpädagogen einen neuen Standard zu verleihen. Die Ausbildung ist sehr arbeitsintensiv und verlangt ein für den Beruf unabdingbares Interesse an der Tanzpädagogik und der Tanzmedizin als Basis jedes tanzpädagogischen Hauptfaches.

Das europaweit einzigartige Studium ermöglicht den Studenten, ihr Hauptfach selbst zu wählen (zB Balletttänzer studieren Ballettpädagogik, B-boys/girls studieren Tanzpädagogik für Urbane Stile usw.). Nicht jeder Tänzer jeden Stils kann und will sich auf ein einziges, vorgegebenes tanzpädagogisches und tänzerisches Hauptfach spezialisieren bzw. es ist ihm auch nicht möglich, hat er den verlangten Stil selbst nie getanzt. Deshalb sollte sich ein tanzpädagogisches Studium ebenfalls an das Hauptfach des Tänzers richten und nicht umgekehrt: Balletttänzer können Ballettpädagogik studieren, Jazztänzer, Tänzer der Disziplinen Showdance, Modern, Contemporary, Urban Styler etc fokussieren sich auf ihr jeweiliges tänzerisches Hautpfach und diplomieren in diesem zum Tanzpädagogen. Die tanzmedizinischen Grundlagen liegen allen pädagogischen Tanzstilrichtungen zugrunde und werden in den höheren Semestern dem Hauptfach der Studierenden entsprechend praktisch vertieft.

Aus diesem Grund bringt die btp+Tanzmedizin© hervorragende Pädagogen hervor, die in ihrem eigenen Tanzstil wirklich qualifiziert und spezialisiert sind.

An der Akademie lehren, neben den führenden Teammitgliedern der Akademie Ärzte, Physiotherapeuten und Juristen. Das Studium, sein Curriculum, Logo usw. ist urheberrechtlich geschützt.

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Was versteht man unter "tanzmedizinischer Tanzpädagogik"?

Das Ziel ist die maximale Leistung des Tänzers durch seine maximale Gesundheit.

Der Begriff „Tanzmedizin“ hat sich im letzten Jahrzehnt schon sehr weit verbreitet, dennoch stellen viele Menschen sich selbst – und mir – immer noch die Frage, was der Begriff denn eigentlich bedeutet. Tanzmedizin ist nicht gleich Tanztherapie. Die Tanzmedizin [1], [2], [3], [4] ist das Fachressort der Medizin, das sich um alle gesundheitlichen Belange von Tänzern und Tanzschaffenden kümmert und darf nicht mit der „Tanztherapie“ als Form der Psychotherapie verwechselt werden. Die Tanzmedizin ist mit der Sportmedizin vergleichbar. Manche bezeichnen sie als einen Teil der Sportmedizin, jenen, der sich auf Tänzer spezialisiert hat. Innerhalb der Tanzmedizin gibt es unter Ärzten, Therapeuten und Trainern/Pädagogen Fachleute für bestimmte Tanzstile und jene, die allgemein betreuen. So wie es viele verschiedene Sportarten gibt, für die es Fachleute im sportmedizinischen Sektor gibt, muss es in der Tanzmedizin auch Fachleute für die vielen verschiedenen Fachrichtungen des Tanzes geben. Ein Balletttänzer hat andere Verletzungen und benötigt anderes Fachwissen von Medizinern und Pädagogen als es beispielsweise ein Flamenco- oder Stepptänzer tut, was das Kapitel zur Verletzungsprävention im Detail beleuchten wird. Im Idealfall wählen ehemalige Tänzer nach ihrer aktiven Karriere das Medizin- oder Therapiestudium und widmen dann als Fachleute ihr Wissen den Tänzern.

Das Wort „Tanzmedizin“ hat sich gegen Ende des zwanzigsten Jahrhunderts vornehmlich durch Publikationen zum Thema sowie durch die Gründung von tanzmedizinischen Organisationen entwickelt. 1990 wurde „IADMS“, die International Association for Dance Medicine & Science ins Leben gerufen. Kurz darauf, im Jahr 1997, folgte „tamed“, die Organisation für Tanzmedizin im deutschsprachigen Raum. Bereits 1661, als Ludwig XIV. in Paris die erste Ballettakademie gründete, begannen dort die Tanzmeister Skripten zu verfassen, die sich zum ersten Mal mit Tanzpädagogik, der Lehre von der Tanzerziehung und auch teilweise schon mit Tanzmedizin im weitesten Sinne befassten. Die erste tanzmedizinische Dissertation stammte dann auch von einem Franzosen, nämlich dem Pariser Remy[5] der seine Arbeit 1824 an der medizinischen Fakultät in Paris publizierte. 1948 folgte die erste deutschsprachige Arbeit mit dem Titel „Arbeitsmedizinische Untersuchungen an Balletttänzern“, die sich bereits mit heute hochaktuellen Themen wie Mangelernährung und Essstörungen bei Tänzern beschäftigte.[6] Dr. Josef Huwyler gilt als der Urvater der modernen Tanzmedizin, die damals noch mehr eine „Ballettmedizin“[7] gewesen war. Die Neuauflage seines Werkes von 1995 erschien 2005 als „Tanzmedizin: Anatomische Grundlagen und gesunde Bewegung“ und präsentierte das Wort „Tanzmedizin“ im Titel. Im englischen Sprachgebrauch sind die Wörter „Dance Medicine“ und auch „Dance Science“ schon viel länger in Gebrauch. Im Literaturverzeichnis dieses Buches finden sich eine Reihe von Publikationen, die bis heute als großartige (frühe) Werke der Tanzmedizin und Tanzwissenschaft gelten.

Neben der wichtigen Arbeit in der Versorgung von und nach Verletzungen von Tänzern bedient die Tanzmedizin das ganz besonders wichtige Feld der Prävention, die Verletzungsvorsorge.[8] Und dahinein fällt die tänzerische Ausbildung – genauso wie die von Tanzpädagogen/Trainern. Da viele Stilrichtungen des Tanzes, wie beispielsweise die des Überbegriffes „Urban Dance Styles“ oder auch Tanzphilosophien wie Flamenco, Irish Dance oder argentinischer Tango sehr oft ohne Pädagogen auskommen und von den Tänzern und Choreographen selbst in Schritt- und Technikrepertoire geprägt und erweitert werden, ist es für die Tanzmedizin besonders schwer, hier Verletzungsprävention zu betreiben. Aus diesem Grund will das Buch auch Trainer und Choreografen sowie Betreuer und Eltern ansprechen. Doch auch in Stilen wie dem klassischen Ballett und jenen, wo sehr wohl Tanzpädagogen im Einsatz sind, wird es der Tanzmedizin nicht leicht gemacht, die Tänzer präventiv zu schützen. Die historisch geprägte Tradition der Tanzerziehung verharrt immer noch in der erstarrten Betonung von Tanz als Kunstform und nicht als HochleistungsKunstSport, der er geworden ist. Hochleistungssport braucht andere Betreuung als jene Form von Tanz, die noch bis ins frühe zwanzigste Jahrhundert gelehrt wurde. In der Gegenwart ist aus der Kunstform Tanz ein Hochleistungssport geworden, in dem zum Schutze der tänzerischen Gesundheit mit vielen veralteten Trainingstraditionen gebrochen werden müsste. Dieser Aspekt der Tanzmedizin stellt die Hauptverbindung zur Tanzpädagogik dar und wird das hoffentlich in Zukunft immer mehr tun. Neben den Ärzten und Therapeuten, die so viel ihrer Zeit und ihres Wissens – oft auch ehrenamtlich, wenn sie sich für eine gemeinnützige Vereinigung für Tänzer (tamed, IADMS etc) zur Verfügung stellen – meist in die Versorgung und Rehabilitation nach einer Verletzung sowie die Forschung investieren, haben die Tanzpädagogen den großen Vorteil, mit ihrer Arbeit dort ansetzen zu können, wo Verletzungen vorgebeugt wird. Umso wichtiger wird es, dass Tanzpädagogik und Tanzmedizin einen gemeinsamen Weg einschlagen.

Die Tanzpädagogik hat die maximale Leistung des Tänzers zum Ziel. Über sehr lange Zeit und zu einem großen Teil auch heute noch wurde und wird dieser Beruf fast ausschließlich durch ehemalige Tänzer ausgeführt, die nach ihrer aktiven Karriere mehr oder weniger freiwillig den Beruf des Tanzpädagogen wähl(t)en. Der auf den Lehrer fokussierte sehr technische Unterricht, der vom Schüler in erster Linie die Fähigkeit zur Imitation verlangt, schließt aber bald jene Schüler von einer erfolgreichen Entwicklung aus, die nicht einen ebenbürtigen oder zumindest dem Lehrer sehr ähnlichen Körper haben. Jene, die somit nicht das Glück haben, durch reine Imitation ihre Fortschritte machen und dabei gesund bleiben zu können, müssen sich so weit anpassen, dass auch sie aus ihren individuell und anders gebauten Körpern das Maximale heraus holen können. Oft hatte und hat das zur Folge, dass der Schüler/Tänzer seine eigenen individuellen, anatomischen Grenzen zu überwinden versucht oder dazu gezwungen wird, dies zu tun, um sein Ziel zu erreichen. Wenn dabei beginnende Alarmsignale wie physische und psychische Schmerzen sowohl von Lehrern als auch den betroffenen Tänzern selbst ignoriert werden, kann der Körper des Tänzers großen Schaden nehmen. Das Klischee, Tanz (meist Ballett) wäre sehr gesundheitsschädlich, mag hier seinen Ursprung genommen haben. Die Tendenz, dass aufgrund der mangelnden oder in manchen Ländern überhaupt fehlenden staatlichen Prüfungspflicht für Tanzpädagogen zusätzlich auch manche Menschen Tanz unterrichten, denen sowohl Ausbildung als auch Wissen fehlt, hat diesen Vorwurf nicht gerade leiser gemacht. Müssen Tänzer immer verletzt sein? Bedeutet nur Verletzung, dass der Tänzer mit Hingabe gearbeitet hat? Tänzerische Hingabe ist auch dann hochwertig, wenn sie von einem gesunden Körper zelebriert wird! Die Tanzmedizin zeigt Wege auf, wie der Tänzer mit seinem eigenen Körper seine Höchstleistung erreichen kann, ohne diesen durch falsches Training zu ruinieren.

Im Hinblick auf die sprichwörtliche Schädlichkeit der Tanzerziehung hält die Tanzmedizin dagegen, dass Tanz alles andere als schädlich ist, wird er anatomisch-physiologisch richtig ausgeführt und stimmen dazu weitere Faktoren sowohl von Tänzerseite als auch von Seite der ausbildenden Institution oder des Theaters als späterer „Heimat“ des Tänzers positiv überein. Stehen Pädagogik, physiologisch-psychologische Entwicklung des Tänzers, Gesundheitszustand, Ernährungszustand und Eignung, äußere Faktoren wie die Örtlichkeiten des Trainings, Trainingsintensität und Erholung, Boden, Schuhwerk, aber auch das soziale Umfeld, Familie und schulische Umgebung/Atmosphäre in Einklang, kann und wird Tanz zwar ein absoluter HochleistungsKunstSport sein, aber er ist dann nicht schädlicher als jeder andere Hochleistungssport auch, der sportmedizinisch überwacht wird. Als Freizeitsport kann Tanz ein hervorragendes Mittel zur Erhaltung der Gesundheit von Jung und Alt darstellen, wird er anatomisch und trainingsphysiologisch korrekt vermittelt.

Hat die Tanzpädagogik die maximale Leistung des Tänzers zum Ziel, kann die Tanzmedizin mit dem Ziel, die maximale Gesundheit des Tänzers (und des Pädagogen/Trainers/Choreografen!) erhalten zu wollen, im professionellen und im Amateurtanz als großartige Ergänzung gesehen werden. Doch geht die Tanzmedizin sogar noch weiter, indem sie weltweit mit ihrer Arbeit beweist, dass die maximale Leistung eines Tänzers ausschließlich durch seine maximale Gesundheit gewährleistet ist. Steht somit nicht außer Frage, dass eine Fusion der beiden Wissenschaften eine perfekte Symbiose für den Tänzer darstellt? Inkludiert die Tanzpädagogik die Erkenntnisse, die die Tanzmedizin durch jahrelange Forschung bereit stellt, kann sie einen der wichtigsten Beiträge zur maximalen Leistung durch maximale Gesundheit des Tänzers leisten: Sie kann in der Erziehung eines Kindes zum Tänzer wirken, wo alle Grundsteine gelegt werden. Es ist dies die Prävention, die Vorsorge durch Wissen sowohl von Seiten des Pädagogen und Trainers als auch des Tänzers selbst, wiederum vermittelt durch den Pädagogen oder Trainer. Die Tanzmedizin ermöglicht der Tanzpädagogik, den Fokus auf den Tänzer zu legen: durch Wissen um die anatomisch-physiologischen Prinzipien, die dem Tanz zugrunde liegen, können Fehler und Verletzungen vermieden werden.

Für welchen Tanzstil gilt die Tanzmedizin?

Für alle Stile, alle Tänzer, alle Pädagogen, alle Leistungsniveaus und Altersgruppen. Betrachtet man die Entwicklung des Tanzes im letzten Jahrhundert, so ist ein gewaltiger Leistungsanstieg zu erkennen. Die Anforderungen an Tänzer und Lehrer/Trainer steigen beständig, auch wenn sich der eine oder andere manchmal fragen mag, wo hier noch Steigerung möglich ist, ohne von den Tänzern zu erwarten, ihre Körper ohne Zögern höchsten Risiken und Übermenschlichkeiten auszusetzen. Die Tanzmedizin bemüht sich mit allen Mitteln darum, Lösungen für verletzte oder überlastete Tänzer zu bieten. Doch wichtig wäre es, diesen Verletzungen überhaupt vorzubeugen und dennoch maximale Leistungen im Tanz zu erzielen. Das eine schließt, entgegen so mancher Meinung, das andere nicht aus! Dieser Grundsatz gilt nicht nur für eine ausgewählte Tanztechnik, sondern für alle Stile, und darin für die Tanzerziehung zum Berufstänzer als auch im Amateurtanzbereich. Diese Präventionsarbeit muss sofort und von Anfang an geschehen. Im besten Fall geschieht sie im Tanzsaal, in der Erziehung, zu einer Zeit, wo der kindliche Körper des Tänzers noch formbar und mögliche falsche Technik noch korrigierbar ist, bevor sich gefährdende Bewegungsautomatismen einschleichen. Auch Profis und erwachsene Tänzer benötigen eine korrekte Führung durch ihren Trainer, und auch sie sind formbare Wesen. Dennoch können Fehler, die in ihrer Kindheit und Ausbildung gemacht wurden, hier bereits gesundheitliche Auswirkungen haben. Aus diesem Grund ist es maßgeblich, bereits das Kind am Weg zum Tänzer korrekt zu erziehen. In dieser Zeit ist der Tänzer abhängig vom Wissen des Pädagogen und seiner gewissenhaften Führung zu gesundem, reflektiertem, ganzheitlichem Bewegungsverhalten ungeachtet des Tanzstiles, einer Erziehung zu Eigenverantwortung aber auch dafür notwendigem Wissen: Der Tänzer sollte erfahren dürfen, warum und worin die Tanzmedizin ihm helfen kann, und was er selbst tun kann und sollte, um sein Instrument, den Körper, gesund zu erhalten. Nur so kann er seinen gewünschten Beruf maximal erleben und so lange wie möglich gesund erfüllen.

Die jeweiligen Tanztechniken, die im Tanzsaal gelehrt werden, unterscheiden sich natürlich teilweise sehr stark voneinander. Ballett zu lehren inkludiert großteils ganz andere Bewegungskonzepte als sie für B-boying oder Akrobatik relevant sind. Dennoch werden alle Tanzstile von einem menschlichen Körper ausgeführt, und somit gelten die meisten wissenschaftlichen Grundlagen aus Biomechanik, Motorik, motorischem Lernen, Anatomie, (Patho-)Physiologie, Psychologie und Pädagogik für alle Tanzstile gleichermaßen. Welchen Stil ein Tanzpädagoge auch immer lehrt, die Tanzmedizin sollte für jeden Pädagogen zur Grundlage seines Unterrichts und Wissens zählen, wenn er bestmögliche Resultate in seinen Tänzern erzielen möchte. Denn es gibt einen wichtigen Punkt in der tanzmedizinischen Tanzpädagogik, der für alle Techniken und Stile gleich bedeutend ist: die Individualität des Tänzers. Sie zu erkennen und mit den Grundlagen der Tanzmedizin und dem tänzerischen Repertoire und Vokabular des jeweiligen Stiles zu vereinen, ist das Ziel und der einzige Weg, das Maximum an Leistung herauszuholen ohne dem Körper ein Maximum an Gesundheit zu nehmen.

Tanzmedizinische Tanzpädagogik für Amateur oder Profi?

Die präventive, tanzmedizinische Tanzpädagogik gilt für alle: für den Amateur wie auch den Profi, für den Laienschüler wie den jungen Tänzer in der Berufsausbildung bis zum fertigen Tänzer in seiner aktiven Karriere. Freilich müssen viele tanzmedizinische Grundlagen in verschiedenem Ausmaß und differenzierter Intensität zum Tragen kommen, wenn sie einmal dem Profi und einmal dem Amateur gewinnbringend dienlich sein wollen. Dennoch stehen beiden Tänzern nur eingeschränkte Ressourcen – ihre Körper – sowie eine limitierte Zeitspanne der Ausbildungs- und mehr oder minder leistungsintensiven (Berufs-)Ausübung zu Verfügung. Danach muss über eine Trainingsanpassung der Hobbyausübung genauso wie beim Profi zusätzlich über einen beruflichen Neubeginn in einem zweiten Lebensweg nachgedacht werden. Nun stellt sich die Frage, wer zu welcher Gruppe gezählt wird. Wer ist Profi, wer Amateur? Oft kommt als Antwort, dass Profi nur der ist, der für seine tänzerische Arbeit bezahlt bekommt. Folglich ist dann ein Tänzer mit Bühnenreife, der fünf bis sieben Mal pro Woche und das für mehrere Jahre in einer Kompanie trainiert und auftritt, aber (aus verschiedenen Gründen) nichts bezahlt bekommt, ein Amateur?

Vom Tänzer in einem Verein, einem privaten Studio oder einer privaten Ballettschule, der ein- bis mehrmals pro Woche eine Trainingseinheit mitmacht, über den Schüler in einer staatlichen Ausbildungsschule, den Studenten und Tänzer in Universitätsprogrammen, dem Tänzer in einer unbezahlten Gruppe oder mit kurzen Arbeitsverträgen bis zu jenem Kompanietänzer, der fix angestellt einem Betrieb angehört … die Palette von jenen, die sich Tänzer nennen, ist sehr groß. Die Aufgaben und der Trainingsaufwand sind dementsprechend unterschiedlich. Besucht ein Laie einige Tanzklassen pro Woche in einem privaten Studio, kann ihn das noch nicht zum Profi machen. Dennoch kommen immer wieder auch aus privaten und „kleinen“ Schulen besonders talentierte und fleißige junge Tänzer hervor, die über viele Jahre und in täglichem Training von ambitionierten Pädagogen in Einzelarbeit groß gezogen werden und als professionelle Tänzer erfolgreich in eine Kompanie eintreten. So kann auch nicht aus der Größe oder dem Fokus der Schule auf „Profi oder Amateur“ geschlossen werden. Es mag leichter fallen, einen Amateur vom Profi nicht in erster Linie in Bezug zur Entlohnung für seine Arbeit zu unterscheiden, sondern die Unterscheidung auf den Trainings- und Arbeitsaufwand zu begründen. Grundlegende Faktoren im Tanz und der Verletzungsprävention wie gute Böden, die Handhabung von Schuhwerk über Kleidung bis zum Einsatz von Sicherheitsvorschriften auf und um die Bühne sowie in Trainingsräumen, aber auch die gezielte Trainingsplanung und die Handhabung von Grundlagen wie Auf- und Abwärmen, Dehnen und dergleichen, sind für Profi und Amateur gleich bedeutend.

Unterschieden werden müssen die Amateure von den Profis durch die Trainingsplanung, die der Pädagoge vornimmt. Darin muss die Wahl der Trainingsintensität und Belastungsdauer, der verfügbaren Zeit in Hinblick auf Stundenbild und Klassenstrukturen, Zielsetzung und körperlicher Leistungsfähigkeit genau definiert werden. Diese Faktoren bestimmen im Weiteren die Wahl der Mittel, des tanztechnischen Niveaus und folglich des Zieles, das realisierbar sein muss, um Verletzungen zu vermeiden.

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[Auszug aus Kaufmann, Judith-Elisa. Tanzpädagogik & Tanzmedizin Die Symbiose der Zukunft. Fach- und Arbeitsbuch Tanzpädagogik. Remscheid. Rediroma-Verlag. 2016. ISBN-13: 978-3868709728    ISBN-10: 386870972X;]


[1] Miller C. Dance Medicine. Current Concepts. Physical Medicine and Rehabilitation Clinics of North America. 17. 803-811.2006.
[2] Ryan AJ. Early History of Dance Medicine. J Dance Med Sci. 1(1). 30-34. 1997.
[3] Kravitz SR. Dance medicine. Clin Podiatry. 1(2). 417-430. 1984.
[4] Hahnengress ML. Musik- und Tanzmedizin - Künstlerisches Pendant der Sportmedizin. Dte Zeitschr Sportmedizin. 62(6). 141-142. 2011.
[5] Magriel PD. A Selected Bibliography of the Dance in Health, Hygiene, and Physiology. Research Quaterly. American Association for Health, Physical Education and Recreation. 10(2). 1939.
[6] Wanke E. und DA Groneberg. Tanzmedizin. Maximale Anforderungen. Deutsches Ärzteblatt. 109(37). 1835. 2012.
[7] Huwyler J. Der Tänzer und sein Körper. Aspekte des Tanzens aus ärztlicher Sicht. Balingen. Perimed-spitta Verlag. 1995.
[8] Scott WA. Maximizing performance and the prevention of injuries in competitive athletes. Current Sports Med Rep. 1(3). 184-190. 2002.

 

 

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